Haltung. Eine Standortbestimmung

Haltung. Eine Standortbestimmung

ASSITEJ Werkstatt für Theaterschaffende, Kulturvermittler*innen und Theaterpädagog*innen in Kooperation mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung.

»Haltung. Eine Standortbestimmung« ist der Titel des ursprünglich geplanten Fachtages zum diesjährigen Festival Hart  am Wind. Als Werkstatt der ASSITEJ haben wir diesen gemeinsam mit dem LOT-Theater und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung geplant.

Statt an einem Tag finden Sie nun alle Vorträge und Workshops in unserem digitalen Festival Format.

Der Ruf nach Partizipation der letzten Jahre verändert das (Macht)Verhältnis zwischen Theaterschaffenden und Publikum. Welche Konsequenzen hat es, wenn das Publikum als Akteur unserer Theaterarbeit diese mitgestaltet?

Theaterarbeit wird zunehmend selbstverständlich von Formaten begleitet, welche Inhalte und Formen der Stücke zum Thema von Workshops und Projekten machen. Daneben findet Theater statt, wo sich verschiedenste Gruppen auf die Suche nach Antworten auf selbstgesetzte Themen oder Fragen begeben. Am Ende steht die Präsentation. Es wird ausgewählt, einstudiert, wiederholbar gemacht. Wer trifft am Ende eines kollektiven Prozesses welche Entscheidungen? Wie ist das Kräfteverhältnis der künstlerischen Argumente in dieser Phase? Wie demokratisch ist diese Aushandlung? Welche (Theater)Formate bedienen welche Machtverhältnisse? Wie verändern sich diese im Prozess eines Projekts? Wie begegnen wir extremen Haltungen?

Über diese Frage möchten wir mit Ihnen und Euch diskutieren.

 

Anmeldung für die Veranstaltungen unter: IrisKleinschmidt@staatstheater-braunschweig.de

Mi 10.06.2020, 12:45 – 13.40 Uhr

Impulsvortrag & moderiertes Plenum

Für ein Theater der Teilhabe? Theatervermittlung im ‚Zeitalter der Partizipation‘

von Dr. Johannes Kup

Ob Bürgerbühne oder Community-Theater, viele Angebote und Formate im Bereich der Theaterpädagogik und Kulturvermittlung laufen heute unter dem Label »Partizipation«. Dabei weist der Begriff häufig über den künstlerischen Prozess oder die Theateraufführung hinaus und beinhaltet ein politisches und soziales Versprechen. In meinem Beitrag werde ich den aktuellen Diskurs um Partizipation in der Theaterpädagogik in seinem gesellschaftlichen Zusammenhang betrachten und aus der Perspektive der Gouvernementalitätsforschung befragen.

Impulsvortrag und Plenum finden über Zoom statt und werden im Live-Stream auf YouTube gesendet.

Mi 10.06.2020, 14:15 – 16:15 Uhr

Workshop

»Radikal höflicher Umgang« mit Rechtspopulismus

mit KLEINER FÜNF

Rechte und diskriminierende Haltungen begegnen uns zunehmend in verschiedenen Situationen im beruflichen und privaten Alltag. Gleichzeitig werden rechte Rhetorik und Sprachbilder immer mehr salonfähig. Im Workshop sollen Teilnehmende für rechte Aussagen, Provokationen und Sprache sensibilisiert und auf unterschiedliche Weise ermutigt werden, Aussagen »radikal höflich« entgegenzutreten.

Der Workshop findet über Zoom statt und wird nicht im Live-Stream gesendet.

Do 11.06.2020, 12:25 – 13:20 Uhr

Impulsvortrag und moderiertes Plenum

Kollektives Produzieren

von Prof. Dr. Annemarie Matzke

Proben inszenieren spezifische Arbeitskonstellationen, die durch spezifische Handlungsoptionen gekennzeichnet sind:

Wer schaut von wo zu? Wer zeigt was? Wer darf sprechen? Wer darf Urteile fällen? Gerade kollektive Produktionsweisen stellen nicht nur die Frage danach wie künstlerische Entscheidungen gefällt werden, sondern rücken auch Machtkonstellationen in den Blick. Der Vortrag fragt anhand konkreter Arbeitssituationen in Proben nach jenen kollektiven Prozessen und den damit verbundenen Haltungen der Beteiligten.

Der Vortrag wurde im Vorfeld aufgenommen, das Plenum findet über Zoom statt und wird im Live-Stream auf YouTube gesendet.

Do 11.06.2020, 14:00 – 16:00 Uhr

Workshop

Doing Gender als ästhetische Praxis in der Theaterpädagogik

mit CHICKS* freies performancekollektiv

CHICKS* freies performancekollektiv vereinen (jugendliche) Expert*innen und interdisziplinäre Künstler*innen im Gedanken eines queerfeministischen Netzwerks. Interaktive und installative Begegnungsformate verknüpfen sie in ihren Performances mit einem Bildertheater der Objekte und Atmosphären. CHICKS* hinterfragen gesellschaftliche Konstruktionen von Gender, Sexualität, Klasse, Race und Macht, um performative Alternativen und utopische Zusammenkünfte zu entwickeln.

Im Workshop werden performative Strategien und queere Bildungskonzepte in der Arbeit von CHICKS* vorgestellt und erprobt. Gemeinsam fragen wir danach, was Doing Gender jenseits trendiger Themensetzung für eine kritische, theaterpädagogische Arbeit bedeuten kann.

Der Workshop findet über Zoom statt und wird nicht im Live-Stream gesendet.