GOODBYE NORM | DIE SOZIALE FIKTION (ab 16 Jahren)
Ein peinlicher Auftritt

»Was ist normal?«, fragt Norm zum Abschied. Es ist sein letzter Auftritt. In einem ausufernden Monolog beginnt er zu sezieren, was er für normal hält – wer als Norm lebt, bestimmt über sie. Doch was eigentlich als Lehrstunde über das Normal-Sein geplant war, droht zur eigenen Grabrede zu werden. Goodbye, Norm?

Auf der Bühne stehen drei junge weiße Männer. Sie verkörpern die allegorische Figur Norm, obwohl sie lieber eine andere Rolle übernommen hätten. Sie wollten immer etwas Besonderes sein. Sie fühlen sich nicht sonderlich gut mit ihrer Aufgabe – aber da müssen sie jetzt durch. Während sie akribisch die Absurdität und Grausamkeit des »Normalzustands« herausposaunen, bleibt ihre persönliche Verstrickung in die Normen der blinde Fleck. Normal? Das sind immer die anderen.

Goodbye Norm ist eine Performance über das Phantasma der Normalität*. Wer ist die Norm? Was ist nicht normal? Wem nutzt es überhaupt, Dinge in normal und nicht-normal einzuteilen? Mit Mitteln von Komik, biographischem Theater und ein paar gut geübten Tanzeinlagen setzt sich Goodbye Norm mit den oft unsichtbaren Gesetzen und gesellschaftlichen Konventionen auseinander, die die Vorstellung von »Normalität« hervorbringen.

*mit einem kleinen Fokus auf Männlichkeit

VON UND MIT Marten Flegel, Charlotte Lauber, Felix Worpenberg und Manuel Melzer
DRAMATURGIE Tobias Malcharzik, Isabel Schwenk

RECHERCHE Anna Froelicher, Laura Bleck

DOKUMENTATION Svenja Schulte
KAMERA Faktotum Medienproduktion
SCHNITT Marten Flegel

besonderen Dank an die Schüler_innen des DS-Kurses der Philipp Melanchthon Gymnasiums Meine

Eine Produktion von DIE SOZIALE FIKTION, in Koproduktion mit Theaterwerkstatt Pilkentafel Flensburg, theater wrede+ Oldenburg und flausen+ young artists in residence

 

FOTO Svenja Schulte

FÖRDERER/ SPONSOREN/ UNTERSTÜTZER
Stadt Flensburg, Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein, Fonds Darstellende Künste e.V.; Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen, Stiftung Niedersachsen, Stadt Oldenburg

Die Jury sagt: 

Auf der Bühne treffen Marten, Manuel und Felix dafür auf Charlotte, die ein wunderbares Korrektiv abgibt und zum Glück verhindert, dass es ein reines „Jungs-Stück“ wird. Spielerisch bis süffisant kommentieren die vier Performer*innen (und die Projektion) sich fortwährend untereinander und gegenseitig, werden brüchig und ecken an. Interessant ist das, weil dabei ihre Perspektiven und damit immer auch Macht- und Unterdrückungsmechanismen markiert, kontextualisiert und hinterfragt werden.

(Thilo Grawe)